Eine neue Orgel für St.Mauritius in Mülheim-Kärlich

Der Autor: Hans-Dieter Weisel, Ransbach-Baumbach

 

Vorwort

Endlich ist es soweit, die neue Orgel kann geweiht werden. Nach vielen Jahren der Planung ist der Tag gekommen, wo das fertige Werk in seiner Schönheit das erste mal im Gottesdienst erklingen wird. Es soll ein Werk für Jahrzehnte sein, die nachfolgenden Generationen werden dankbar sein, daß der Entschluß für ein neues Instrument gefällt wurde.

Die dritte Orgel in St. Mauritius

Die dritte Orgel in der Geschichte von St.Mauritius steht vor uns. Die erste Orgel wurde gebraucht gekauft aus Karden an der Mosel. In Karden waren die berühmten Orgelbauer Stumm tätig, sicherlich waren die Stumm's auch am Orgelverkauf nach Mülheim-Kärlich beteiligt.

1894 reifte dann der Entschluß, eine neue Orgel zu bestellen. Die heute noch bestehende Werkstatt Gerhardt in Boppard fertigte das neue Instrument mit 15 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Christian Gerhardt gründete 1888 den Orgelbaubetrieb in Boppard. Seine Söhne Adam und Gerhard II übernahmen 1919 die Werkstatt und führten ihn über die Kriegsjahre weiter. Heute wird das Unternehmen vom Urenkel geleitet.

Das Werksverzeichnis der Firma umfaßt circa 200 neue Orgeln im Rheinland, der Eifel, im Hunsrück und im Westerwald. Im Orgelbauhandwerk gehen einige Erfindungen auf die Werkstatt Gerhardt zurück, so wurde ein luftgesteuertes Glockenläutewerk und eine Doppelkegelventillade zum Patent angemeldet.

Im Jahr 1973 wurde die Orgel von St.Mauritius erweitert. Den Auftrag führte Orgelbauer Josef Klein aus Obersteinebach aus. Nach dem Umbau hatte das Werk jetzt 26 Register auf 3 Manualen und Pedal. Auch die Firma Klein ist bis in die heutige Zeit tätig. Peter Klein übernahm den Orgelbaubetrieb seines Onkels Peter Dasbach im Jahr 1911. Im Jahr 1939 übernahm der Sohn Josef Klein den Betrieb, man firmierte als Klein & Sohn. Heute führt Heribert Klein das Unternehmen, welches zahlreiche Instrumente im Kreis Mayen-Koblenz gebaut hat.

Der ungünstige Standort der Orgel auf der rückwärtigen Seitenempore sowie Holzwurmbefall und störanfällige pneumatische Orgeltechnik ließen den Entschluß reifen, eine neue Orgel zu planen. Es wurde ein Instrument entworfen, welches auf der rückwärtigen Empore seinen Standort finden soll. Aus dem alten Instrument kann ein Großteil der Pfeifen übernommen werden, insgesamt 612 Pfeifen wurden wiederverwendet. Die neue Orgel hat jetzt 31 Register auf 2 Manualen und Pedal mit 1768 klingenden Pfeifen.

Den Neubauauftrag vergab man 1993 an die Firma Mayer in Heusweiler/Saar. Die Orgel wurde mechanisch gesteuert gebaut, in einem Gehäuse aus Eiche. Die drei Rundtürme mit ihren goldenen Verzierungen geben der Orgel ein majestätisches Aussehen. Im unteren Teil hinter einem Ornamentfeld befindet sich das Hauptwerk, darüber hinter den Pfeifenfeldern das Schwellwerk.

Die Orgelbaufirma Mayer in Heusweiler wurde 1952 durch Hugo Mayer gegründet. Der Sohn Gerd Mayer übernahm 1975 die Geschäftsführung. Über 450 Orgelneubauten verließen bisher die Werkstatt. Mayer-Orgeln stehen überwiegend in Rheinland-Pfalz, aber auch in Frankreich, Rußland und den USA. Zirka 30 Mitarbeiter fertigen Orgeln nach traditionellen Techniken.

Das Orgelwerk in Mülheim-Kärlich wurde im November 1994 eingeweiht. Im Segensgebet heißt es: "Herr, segne diese Orgel, damit sie zu deiner Ehre ertöne und unsere Herzen emporhebe zu dir."

Die Disposition der Orgel:
1. Manual – Hauptwerk
1. Bourdon 16
2. Principal 8
3. Rohrflöte 8
4. Oktave 4
6. Quinte 2 2/3
7. Waldflöte 2
8. Mixtur 4-5 fach
9. Trompete 8

2.Manual – Schwellwerk
10. Holzpricipal 8
11. Gedackt 8
12. Salicional 8
13. Schwebung 8
14. Principal 4
15. Flöte 4
16. Nazard 2 2/3
17. Oktave 2
18. Terz 1 3/5
19. Larigot 1 1/3
20. Scharff 3 fach
21. Cornetzug
22. Basson 16
23. Hautbois 8
24. Clairon harmonique 4
Tremulant

Pedalwerk
25. Subbass 16
26. Bourdon 16
27. Octavbass 8
28. Gedackt 8
29. Choralbass 4
30. Schweizerpfeife 2
31. Fagott 16

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