2/3

Hundsangen

Die barocke katholische Pfarrkirche St. Goar wurde 1726 fertiggestellt und 1971 erweitert. Sie beherbergt das älteste Gehäuse der "Orgellandschaft Westerwaldkreis". Das sehr filigran gearbeitete Orgelgehäuse stammt aus der Zeit um 1682. Der Orgelbauer Ludwig Prang aus Köln soll die Orgel damals gebaut haben. Einen weiteren Orgelbau führte Prang in Bad Schwalbach 1682/83 aus.

Der ursprüngliche Standort war Oestrich im Rheingau, von dort wurde die Orgel 1834 an Hundsangen verkauft. Orgelbauer Schmidt aus Hadamar führte notwendige Reparaturen aus. Ursprünglich hatte die Prang-Orgel wohl 11 Register.

1911 kam es dann zu einen Neubau Orgel durch die Orgelbaufirma Horn aus Limburg. Im alten Gehäuse entstand Kegelladenorgel mit 19 Registern und pneumatischer Traktur.

Maxsain

Etwas höher gelegen, ist die evangelische Pfarrkirche in Maxsain von weitem zu erkennen. Ursprünge der Kirche gehen auf das Jahr 1455 zurück. Der heutige Kirchenbau entstand nach einer Erweiterung im Jahre 1786. Erdacht und entworfen, konstruiert und in einzelnen Teilen angefertigt, in Maxsain zusammengefügt und klanglich vollendet hat Orgelbauer Schöler diese Orgel 1803.

Reparaturen erfolgten 1828 durch Schöler, 1843 durch Embach, 1887 durch Raßmann und 1953 sowie 1959 durch Hardt. Eine Renovierung mit Ersatz der Metallpfeifen wurde dann 1966 durchgeführt. Auf einer mechanischen Schleiflade stehen 14 Register, die durch ein Manual und Pedal zu spielen sind.
 

Marienstatt

Die Zisterzienser-Abtei Marienstatt ist die älteste gotische Kirche rechts des Rheins. Wegen Ihrer Hauptaufgaben die Begleitung des Chorgesangs der Mönche, wurde die Orgel im Chorraum aufgestellt. Man kann um die Orgel herumgehen, eine Seltenheit im Orgelbau. Gebaut wurde das mächtige Instrument 1969 durch die Firma Rieger/Österreich. Auch in der Anna-Kapelle des Klosters steht eine Rieger-Orgel mit 16 Registern.

Die Firma Rieger in Österreich wurde nach den Kriegswirren 1946 erneut gegründet. Ursprünge der Firma gehen ins Jahr 1845. Exzellente Instrumente wurden seither in allen Kontinenten geschaffen. Auch die Orgel in Marienstatt gehört zu den bedeutensten Orgeln von Rieger.

Drei Türme prägen das Prospekt in Richtung Mittelschiff. Auffallend sind die spanischen Trompeten, ein Orgelregister, welches horizontal angebracht ist, aus der spanischen Orgelbautradition übernommen. Sogar aus Spanien und sind aus dem Jahr 1 732.

Auf der Rückseite ist ein zweites Prospekt, hier das Kleinpedal, angebracht, es schmückt eine sonst zu nüchterne Rückwand der Orgel. Mit 58 Registern auf 4 Manualen und Pedal ist sie die größte Orgel des Westerwaldes, bekannt durch viele Konzerte auch darüber hinaus.
 

Nentershausen

Die 1866 erbaute katholische Pfarrkirche St. Laurentius in Nentershausen erhielt 1870 eine neue Orgel von dem Orgelbauer Gustav Raßmann.

Das wundervolle neugotische Gehäuse, aber auch die technische Anlage der Orgel blieben bis heute erhalten. Das Orgelgehäuse setzt nicht nur einen optischen Akzent, sondern hat auch die Aufgabe, das Orgelinnere zu schützen und den Klang der einzelnen Stimmen zu vereinigen und zu verschmelzen. Eine notwendige Restauration führte die Orgelbaufirma Klais/Bonn 1967 aus. 1340 Pfeifen aus verschiedenen Zinnlegierungen oder aus Holz, lassen 23 Register erklingen. 2 Manuale und Pedal steuern die mechanische Schleiflade.
 

Niedererbach

Entstanden ist die katholische Kirche St. Katharina in Niedererbach 1906, wobei der Turm noch von der Vorgängerkirche stammt. Eine der neuesten Orgeln im Westerwaldkreis steht hier. Sicherlich ist die Herkunft des Orgelgehäuses eine Besonderheit.

Ursprünglich durch die Österreichische Orgelbaufirma Rieger für das Freiburger Münster als Seitenorgel gebaut, findet es heute eine neue Funktion im Orgelprojekt Niedererbach.

Die Firma Fischer & Krämer in Endingen stellte in das Gehäuse ein neues Werk mit 19 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Die 260.000 DM teuere Orgel wurde 1994 geweiht. Notwendig wurde der Orgelneubau, weil das Vorgängerinstrument von 1933 eine Reparatur nicht mehr rechtfertigte.

Nordhofen

Der heiligen St. Walburga ist die evangelische Pfarrkirche in Nordhofen geweiht. Die Kirche liegt in der Ortsmitte auf einem Hügel. Sie stammt zu Teilen aus dem 11. Jahrhundert. Die Orgel zählt zu den neueren Instrumenten im Westerwald. Zu Weihnachten 1992 eingeweiht, enthält sie aber auch noch Teile aus der alten Orgel von 1839. Gebaut wurde die Orgel durch die Firma Hardt in Möttau.

Wenn die Orgel gespielt wird, dann erklingen 957 Pfeifen aus Zinnlegierung und Holz. 15 Register auf 2 Manualen und Pedal können von dem seitlichen Spielschrank bedient werden.

Besonders fallen die schönen vergoldeten Schleierbretter auf, die seitlich und oberhalb am neuen Gehäuse angebracht sind. Die Orgel fügt sich in jeder Hinsicht gut in den Kirchenraum ein.

Ransbach-Baumbach

In Ransbach-Baumbach stehen in der katholischen Pfarrkirche St. Markus gleich zwei Orgeln. Eine aus dem Jahr 1955 und eine aus dem Jahr 1987. Der Neubau der Orgel wurde notwendig, da das Instrument von 1955 eine Reparatur nicht mehr rechtfertigte. Als Nachkriegsware aus minderwertigen Materialien gebaut, traten immer mehr Ausfälle von Pfeifen und Registern auf. Somit entschied man sich für einen totalen Neubau einer Schleifladenorgel in einem neuen Gehäuse. Den Auftrag erhielt die Firma Fischer & Krämer aus Endingen. 31 Register auf 3 Manualen und Pedal bieten einen Vorrat an Stimmen, der so angelegt ist, daß ein möglichst breites Spektrum der Orgelliteratur wiedergegeben werden kann.

Im Jahr 1970 wurde die Firma Fischer & Krämer durch F. W. Fischer und J. Krämer gegründet. 1975 verlegten sie den Firmensitz nach Endingen/Kaiserstuhl. Sie orientiert sich am badischen und elsässischen Orgelbau. Über 100 neue Orgeln sind bisher entstanden, im Westerwald in Niedererbach, Rennerod, Heilberscheid, Ruppach-Goldhausen und Ransbach-Baumbach.

Auch die Restauration ist ein Aufgabengebiet von Fischer & Krämer. Gut 40 Orgeln wurden denkmalgerecht restauriert, auch die Schöler-Orgel in Helferskirchen. Der Orgelneubau in Ransbach-Baumbach präsentiert 12 nebeneinander liegenden Pfeifenfelder in einem schmucken Holzgehäuse aus Eiche, welches in seiner Architektur der heutigen Zeit entspricht.

zurück

weiter

Seitenanfang