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Rückerroth

Die evangelische Kirche in Rückeroth steht auf einem Hügel und beherrscht somit das Ortsbild. Die spätromanische Basilika wurde im Jahr 1736 im barocken Stil umgestaltet. Die einzige Orgel im Westerwaldkreis der Firma Embach aus Rauenthal bei Mainz steht in dieser Kirche.

Die Orgelbaufamilie Embach war tätig überwiegend im Rheingau. Auch im Herzogtum Nassau wurden Orgeln gebaut. Weiterhin wurden viele Reparaturen ausgeführt, so auch in Hillscheid. Trunksucht und Schlägereien werden den Brüdern Konrad und Caspar nachgesagt. Das schöne weiße Orgelgehäuse in Rückeroth mit drei Türmen und reichlicher Verzierung wurde 1810 geschaffen. Es ist optisch hervorragend in den Kirchenraum integriert.

Mehrere Reparaturen erfuhr das Orgelwerk, so 1840 durch Embach, 1869 durch Raßmann und 1912 durch Hardt, der eigentlich eine neue Orgel bauen sollte, für die jedoch kein Geld vorhanden war. Die einmanualige Orgel hat eine mechanische Schleiflade, auf der 12 Register stehen.
 

Selters

Die evangelische Kirche in Selters wurde 1839 erbaut. Es entstand ein Ensemble aus Schule und Kirche. Die Schulgebäude werden heute öffentlich genutzt. Die Kirche beeindruckt durch ihre Farbgebung und die großen Fenster. Prägend wirkt sich der Altar und die Kanzel, aber auch die Orgel in ihren fröhlichen Farben auf den Besucher aus.

Die Orgel errichtete 1852 Daniel Raßmann, der im hessischen Möttau ansässig war. Fast ohne Veränderungen überstand die Orgel die Wirren der Zeit. 1973 wurde die Orgel durch die Marburger Firma Wöhl restauriert. Der Spielschrank ist seitlich angeordnet, gesteuert nur durch reine Mechanik.

Von den 13 Registern auf einem Manual und Pedal sind fast alle im Ursprung auf Raßmann zurückzuführen.
 

Stein-Neukirch

Die evangelische Kirche in der höchstgelegenen Westerwaldgemeinde Stein-Neukirch kaufte ihre erste Orgel 1857 gebraucht aus Rödgen bei Siegen. Im Jahr 1899 entschloß man sich zu einem Neubau, der bei der Orgelbaufirma Raßmann in Möttau in Auftrag gegeben wurde. Das Instrument besitzt 8 Register auf einem Manual und Pedal.

Beim Bau 1899 hatte man ein größeres Problem mit Mäusefraß, der sogenannten Kirchenmaus. Raßmann strich deshalb alle Holzteile der Orgel mit einer Teerschicht. Eine Restaurierung führte die Firma Krummhörner aus Norden 1988 durch.

Wölferlingen

1751 wurde die evangelische Kirche von Wölferlingen geweiht. Den Turm der Barockkirche ziert eine Zwiebelhaube. Die Orgel entstand 1784. Gebaut wurde sie vom Orgelbauer Schöler aus Bad Ems. Reparaturen wurden 1797 und 1828 durch Schöler, 1843 durch Embach und 1866 durch Raßmann durchgeführt.

1899 errichtete Orgelbauer Raßmann aus Möttau eine neue Orgel, wobei er das Schölergehäuse beibehielt. Auf einer mechanischen Kegellade befinden sich 9 Register für 1 Manual und Pedal.

Quellen:
Bösken, Franz: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins,
Mainz 1965
Gensicke, Helmuth: Landesgeschichte des Westerwaldes, 2. erg. Nachdruck,
Wiesbaden 1987
Hammer, Gabriel: Orgelbau im Westerwald,
Köln 1971
Hemmerle, Bernhard: Zur Orgelgeschichte in Herschbach, in "Sagen und Geschichten von Herschbach" 1984
Lutz, Walter: Zur Geschichte der Kirchenmusik am Dom zu Limburg,
Mainz 1986
Jakob, Hans-Otto: Die Orgel des Kaiserdomes St. Bartholomäus Frankfurt am Main,
Bregenz 1994
Rodeland, Jürgen: Die Orgelbauwerkstatt Schöler in Bad Ems,
München-Salzburg 1991
Seip, Achim: Die Orgelbauwerkstatt Dreymann in Mainz,
Lauffen 1993
Riedel, W. Friedrich: Der Kurrheinische Kreis als Orgellandschaft, in: "Die Orgel als sakrales Kunstwerk", Neues
Jahrbuch für das Bistum Mainz 1991/92

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