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Kirchenorgeln im Westerwald Teil 1 Der Autor: Hans-Dieter Weisel, Ransbach-Baumbach Vorwort
Die Orgel (griechisch organon, lateinisch organum, zu deutsch Werkzeug) hat vieles mit den Menschen gemeinsam. Beide brauchen Luft, beide haben Stimmen, ja
man versuchte sogar, in der Orgel die menschliche Stimme als VOX HUMANA nachzuahmen. Beide, Mensch und Orgel zeigen ein Angesicht, ein Prospekt. Mensch und Orgel sind Werke eines Schöpfers, Produkte einer Evolution, deren Beginn
zum Teil im dunklen der Geschichte verborgen liegt. Die Jahrhundertwende Diese Zeit war geprägt durch den pneumatischen
Orgelbau, anders ausgedruckt: Die Steuerung der Orgel mittels Luftdruck, was bekanntlich bei der kleinsten Undichtigkeit zu Fehlern führte. Solche Orgeln haben einen enormen Bedarf an Wartung, was bei den knappen Geldbeuteln der
Gemeinden kaum noch tragbar ist. Weiterhin ist diese Zeit (ca. 1840-1910) geprägt durch das romantische Klangideal. Die Orgel sollte möglichst den Orchesterklang simulieren, von dem hellen silbrigen Klang der Barockzeit wollte man
nicht mehr viel wissen. Die Orgel in den Weltkriegen Da im Krieg besonders die Materialknappheit das Vorankommen behinderte, hat man kurzerhand beschloßen, die Orgelpfeifen des Prospekts, also die Pfeifen aus
der ersten Reihe, einzuziehen. Dies geschah während des Ersten aber auch während des Zweiten Weltkrieges. Mancher Pfarrer oder Orgelfreund hat bitter gekämpft, damit seiner Orgel die Pfeifen erhalten blieben, oftmals aber ohne
Erfolg. Bei wenigen Orgeln hatte man ein Einsehen, weil die Orgel historisch wertvoll war. In den Nachkriegsjahren wurden dann die Pfeifen durch billige Zink-Nachbildungen ersetzt, Zinn war Mangelware. Es gibt auch heute noch
manche Orgeln, wo die Pfeifen seit dem Zweiten Weltkrieg fehlen. Die Heldenorgel 1931 wurde in Kufstein auf der Festung die sogenannte Heldenorgel von Orgelbauer Walcker aus Ludwigsburg gebaut.
Diese Orgel ist heute noch erhalten. Die Orgel steht teilweise im Freien, was dazu dienen sollte, daß man ihr Spiel in weiter Entfernung hören sollte. Man hat den Winddruck der Orgel so erhöht, daß an manchen Tagen die Orgel 13 km
weit zu hören ist. Nürnberger Kongresshalle 1936 In der Festschrift zur Einweihung der Orgel anläßlich des Reichsparteitages in Nürnberg steht geschrieben: "Die Urgewalt des Orgelklangs wird so gestaltet,
daß sie nicht nur durch künstliche Finessen einzelne Zuhörer interessiert, sondern dem Sinn des Reichsparteitages entsprechend aktive Mithelferin wird bei der mächtigsten aller Jahreskundgebungen des Dritten Reiches." |
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