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Besondere Orgeln dieser Welt

Die älteste heute noch spielbare Orgel finden wir in Sion/Schweiz aus dem Jahr 1378 sowie eine Orgel in Rysum bei Emden von 1457.

Eine Orgel fast nur aus Bambuspfeifen steht in der Kirche von Las Pinas auf den Philippinen. Die Orgel wurde 1824 gebaut und 1974 restauriert. Elfenbeinpfeifen hat die Orgel in Schmalkalden/Thüringen.

Als Besonderheit hat die Orgel im Dom von Ratzeburg ein integriertes Flaschenregal. In Emmerich wurde in die neue Orgel von 1989 ein Nebelhorn eingebaut. Sich bewegende Figuren wie Engel, Teufel, Tiere usw. haben die Orgeln in Basedow, Heiligenlinde, Angermünde, Donauwörth, um nur einige zu nennen. Im Trierer Dom ist ein flötespielender Pan in die Orgel eingebaut.

Oft findet man bemalte oder gravierte Pfeifen, so auch in Marienstatt oder z.B. in Böwingen/ Luxemburg, wo alle Dorfbewohner in eine Pfeife eingraviert sind. In Holland gibt es eine Orgel mit der Abbildung einer nackten Frau auf einer Pfeife. Auf einer Orgel fand ich die Inschrift: "Gott segne die Electronic". In Luzern ist eine Regenmaschine in die Orgel eingebaut. Die größte Kirchenorgel steht im Dom zu Passau mit 235 Registern und 17388 Pfeifen.


Alsbach

Die Alsbacher evangelische Pfarrkirche besitzt eine im Original erhaltene Orgel der Firma Daniel Raßmann aus Möttau. Gegründet wurde diese Orgelbauwerkstatt 1820 von Daniel Raßmann. Sie wurde dann von seinem Sohn Gustav bis 1896 weitergeführt, der dann an seinen Gesellen Hardt verkaufte. Unter Hardt existiert diese Werkstatt noch heute.

Raßmann baute außer in Alsbach noch Orgeln in Selters, Wölferlingen, Nentershausen, Wallmerod, Westerburg, Willmenrod, um nur einige zu nennen. Ein Blickfang ist das schöne Orgelgehäuse der Alsbacher Orgel. Gebaut wurde das Instrument 1886 oder 1896, es finden sich widersprüchliche Angaben in der Literatur. Instandgesetzt wurde die Orgel 1953 und 1982 durch die Orgelbaufirma Hardt in Möttau. Die Orgel hat neun Register auf einem Manual und Pedal. Gebaut wurde von Raßmann eine Kegellade, die den damaligen Erkenntnissen im Orgelbau entsprach. Allerdings wurde die Orgel rein mechanisch gebaut, was sicher aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung war.
 

Bad Marienberg

In der spätklassizistischen evangelischen Kirche von Bad Marienberg finden wir eine Orgel, die von der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus aus Lich/Hessen stammt. Gebaut wurde das Instrument 1909 unter Beibehaltung des Gehäuses der Vorgängerorgel. Diese war 1845 von der Firma Voigt aus Igstadt geschaffen worden.

Auf einer Kegellade stehen 20 Register, von zwei Manualen und Pedal spielbar. Die Firma Förster & Nicolaus in Lich wurde 1842 durch Johann Georg Förster gegründet. Durch Einheirat kam 1889 Carl Nicolaus in das Orgelbauunternehmen. Noch heute besteht diese Firma. Sie zählt zu den ältesten Orgelbauunternehmen in Deutschland. Im Westerwald baute diese Firma weitere Orgeln in den evangelischen Kirchen von Wirges und Ransbach-Baumbach.
 

Dernbach

In der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius finden wir eine Orgel der Firma Klais aus Bonn, die 1970 eingeweiht wurde. Sie ersetzte eine Vorgängerorgel von 1904, ebenfalls durch Klais erbaut. Die Firma Klais wurde 1882 gegründet. Weit über 1000 Orgeln wurden bisher geschaffen. Das Unternehmen wird heute in dritter Generation fortgeführt, wobei Projekte in aller Welt verwirklicht werden. Ganz aktuell wurde im Westerwald die Orgel in Hachenburg 1996 neu gebaut. Weitere Klais-Orgeln stehen in Höhr-Grenzhausen, Eitelborn, Breitenau und Bad Marienberg. Die Dernbacher Orgel besteht aus Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal. 23 Register wurden auf einer mechanischen Schleiflade eingebaut. Das Orgelgehäuse präsentiert sich wuchtig durch seine 9 nebeneinanderliegenden Pfeifenfeldern. In harmonischer Einheit mit dem Kirchenraum wurde die farbliche Fassung des Orgelgehäuses ausgewählt. 1571 Orgelpfeifen, eine jede individuell handwerklich abgestimmt und bei der lntonation besonders behandelt, singen, schnurren, sprechen und brummen zur Ehre Gottes.
 

Elsoff

Die neuromanische katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Elsoff bekam 1925 ihre Orgel, geschaffen durch die Firma Gerhardt & Söhne aus Boppard. Die Orgel in Elsoff ist im Westerwaldkreis die einzige GerhardtOrgel aus dieser Zeit. Weitere Orgeln dieser Firma stehen im Raum Koblenz, im Taunus sowie an Rhein und Mosel. Gegründet 1888 vom Urgroßvater Christian Gerhardt wird die Orgelbautradition bis heute fortgesetzt.

In Elsoff wurden auf pneumatischen Kegelladen 14 Register angefertigt. 2 Manuale und Pedal stehen dem Organist zur Verfügung. Erhaltenswert ist das schöne Gehäuse, welches den Stil der damaligen Zeit gut repräsentiert.

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